Grusswort des Präsidenten
Nachdem die Organisation unserer Gesellschaft über die letzten Jahre hinweg in zahlreichen Punkten verändert worden ist, sollten wir nun in der Lage sein, autonomer als bisher Entscheidungen zu treffen und unsere weitere Entwicklung zu gestalten. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich Rheumatologen stärker denn je als Spezialisten für die medizinische Behandlung von Problemen des Bewegungsapparates positionieren müssen.
Durch die jüngsten Fortschritte bei der Entwicklung wirksamer biologischer Therapien, durch neue Technologien zur osteoartikulären Bildgebung sowie durch den routinemässigen Einsatz klinischer Scores konnten die Behandlung zahlreicher Krankheiten, die Lebensqualität unserer Patienten sowie der Stellenwert unseres Fachgebiets deutlich verbessert werden. Die Rheumatologie gilt mittlerweile als dynamisches Fachgebiet mit vielversprechender Zukunft.
Angesichts der Tatsache, dass unser Bereich noch vor wenigen Jahren durchaus mit einem gewissen Fatalismus in Zusammenhang gebracht wurde, sollten wir uns über diese Veränderungen freuen. Gleichzeitig geht mit diesen Fortschritten aber auch eine grössere Verantwortung einher, um die Ansprüche der Interessengruppen und die Erwartungen unserer Patienten erfüllen zu können. Aus diesem Grund müssen wir der Öffentlichkeit die Auswirkungen von Erkrankungen des Bewegungsapparates auf die Lebensqualität, aber auch die jüngsten Fortschritte in der Forschung besser vermitteln. Ebenso müssen wir eine hervorragende Ausbildung zukünftiger Spezialisten und eine ständige Weiterbildung der Rheumatologen auf hohem Niveau gewährleisten. Wenn wir auch weiterhin die Freiheit geniessen möchten, wirksame, aber kostspielige Therapien verschreiben zu können, ist die Evaluierung unserer Behandlungen unumgänglich. In diesem Zusammenhang erweist sich das Register Swiss Clinical Quality Management (SCQM) in Rheumatic Diseases als äusserst hilfreich, um eine gewissenhafte Versorgung und die Wahrnehmbarkeit auf nationaler wie internationaler Ebene zu gewährleisten. Es ist von grosser Bedeutung, dass alle Rheumatologen und insbesondere die Schweizerische Gesellschaft für Rheumatologie dieses Projekt unterstützen. Ein letzter Punkt: Ein Fachgebiet wie das unsrige ist ohne Forschung und Weiterbildung undenkbar. Die Schweizerische Gesellschaft für Rheumatologie muss auch in diesen beiden Bereichen aktiv sein und die Ausbildung junger Rheumatologen sowie Forschungsaktivitäten fördern.
Die nächsten Jahre mit ihren zahlreichen Entwicklungen und Herausforderungen versprechen sehr interessant zu werden. Ich hoffe, dass wir den Stellenwert unseres Fachgebiets durch grössere Wahrnehmbarkeit und vermehrte Anstrengungen im Bereich der Kommunikation, der Ausbildung und der Forschung weiter ausbauen können.
Cem Gabay
Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Rheumatologie
Ordentlicher Professor für Medizin an der Universität Genf
Chefarzt der Rheumatologie-Station am Universitätskrankenhaus Genf