Aktuelles

SGR-News

Informationen zum Coronavirus (COVID-19 / SARS-CoV-2)

Die Lage kann sich laufend ändern. Aktuelle Informationen und Antworten auf häufige Fragen zum Coronavirus finden Sie auf der Website des BAG

Das BAG hat für Fragen Telefon-Hotlines eingerichtet (täglich von 8 bis 18 Uhr):

  • Für Gesundheitsfachpersonen: 058 462 21 00
  • Für die Bevölkerung: 058 463 00 00
Statement Clinical Affairs Kommission (Stand 03.04.2020)
Nach aktuellem Stand gibt es keinen Grund, dass Patienten ihre Basistherapie unterbrechen, solange kein Verdacht auf eine aktive Infektion mit dem Coronavirus besteht (z.B. Husten, Atemnot und/oder Fieber ≥ 38ºC).
 
Update zu Plaquenil® (Hydroxychloroquin)
Bei der Versorgung mit Plaquenil® ist es verschiedentlich zu Engpässen gekommen, da es Hinweise auf eine Wirksamkeit dieses Medikamentes bei COVID-19 Infektion gibt und es deshalb in dieser Indikation neu eingesetzt wird, zusätzlich zu den mit hoher Evidenz belegten rheumatologischen Indikationen.

Der Hersteller Sanofi bestätigt, dass in der Schweiz eine ausreichende Menge an Plaquenil® für Patienten mit rheumatologischen Indikationen sichergestellt ist. Dieses soll wie bisher über die lokalen Apotheken bezogen werden. Die mehrheitlich kontingentierte Distribution an die Apotheken kann jedoch dazu führen, dass in diesen zwischenzeitlich nicht genügend Plaquenil® verfügbar ist. Rheumatologinnen und Rheumatologen, die Patienten behandeln, die Plaquenil® benötigen, könnten sich in diesem Fall direkt an den Hersteller Sanofi wenden, um das Medikament für ihre Patienten zu erhalten. In letzter Instanz besteht die Möglichkeit, Plaquenil® über die Kantonsapotheker zu beziehen (aus den Beständen der Armeeapotheke, koordiniert von der SANKO).

Empfehlung der SGR zur Verabreichung von Actemra® s.c.
Actemra® gehört derzeit zu den für COVID-19 verwendeten Therapien (siehe https://ssi.guidelines.ch/guideline/3352). Aufgrund von Hinweisen, dass Actemra® bei Patienten mit schwerer Lungenmanifestation wirksam sein könnte, wird es bereits an vielen Spitälern eingesetzt, wobei bei diesen Patienten primär die intravenöse Applikation von Actemra® zur Anwendung kommt.  

Um Engpässe bei der Verfügbarkeit von Actemra® i.v. für COVID-19 Patienten zu vermeiden, empfiehlt die SGR, bei Patienten mit Actemra® bei einer rheumatischen Erkrankung, nach Möglichkeit von einer intravenösen Gabe auf eine subkutane Verabreichung umzustellen. Gemäss Studien hat Actemra® s.c. bei Rheumatoider Arthritis eine gleichwertige Wirkung gezeigt wie Actemra® i.v., somit sollte eine Umstellung ohne Nachteile für die Patienten möglich sein. Zudem kann durch die Umstellung auf eine subkutane Selbstinjektion vermieden werden, dass die Patienten für Infusionstherapien ins Spital oder in die Praxis kommen müssen.

Empfehlung der SGR zur Erstellung medizinischer Bestätigungen zu Handen Arbeitgeber
Der Bundesrat hat eine Reihe von Empfehlungen für die Arbeitswelt verabschiedet. Diese Empfehlungen zielen vor allem darauf ab, besonders gefährdete Personen zu schützen, darunter Menschen aller Altersgruppen, die krankheits- oder therapiebedingt an einer Immunschwäche leiden. Gemäss Artikel 10c der Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (COVID-19) (Stand 21.03.2020) erledigen besonders gefährdete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre arbeitsvertraglichen Pflichten von zu Hause aus oder unter Sicherstellung der Einhaltung der Empfehlungen des Bundes betreffend Hygiene und sozialer Distanz am üblichen Arbeitsplatz. Ist dies nicht möglich, so werden sie vom Arbeitgeber unter Lohnfortzahlung beurlaubt. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer machen ihre besondere Gefährdung durch eine persönliche Erklärung geltend. Der Arbeitgeber kann ein ärztliches Attest verlangen.

Empfehlung der SGR zur Erstellung medizinischer Bestätigungen zu Handen Arbeitgeber für besonders gefährdete Personen während der COVID-19 Pandemie.

Empfehlung für Patientinnen und Patienten
Derzeit gibt es keine allgemein gültigen Hinweise, die angesichts der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus zum Absetzen aller immunsuppressiven Medikamente raten lassen. Nehmen Sie also Ihre antirheumatischen Medikamente bis auf weiteres unverändert weiter ein.

Im Einzelfall mag aber Ihr behandelnder Rheumatologe oder Hausarzt zu einer individuell anderen Einschätzung von Nutzen und Risiken Ihrer Behandlung kommen und die Behandlung zumindest vorübergehend aussetzen wollen. In dem Fall folgen Sie bitte den individuell getroffenen Anweisungen.

Weitere Informationen Weltgesundheitsorganisation (WHO) - Coronavirus
 

 

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Kontakt

Schweizerische Gesellschaft für Rheumatologie
Josefstrasse 92
8005 Zürich
Telefon: +41 44 487 40 64
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