Aktuelles

SGR-News

Informationen zum Coronavirus (COVID-19 / SARS-CoV-2)

Die Lage kann sich laufend ändern. Aktuelle Informationen und Antworten auf häufige Fragen zum Coronavirus finden Sie auf der Website des BAG

Das BAG hat für Fragen Telefon-Hotlines eingerichtet (täglich von 8 bis 18 Uhr):

  • Für Gesundheitsfachpersonen: 058 462 21 00
  • Für die Bevölkerung: 058 463 00 00
Statement Clinical Affairs Kommission (Stand 20.04.2020)
Nach aktuellem Stand gibt es keinen Grund, dass Patienten ihre Basistherapie unterbrechen, solange kein Verdacht auf eine aktive Infektion mit dem Coronavirus besteht (z.B. Husten, Atemnot und/oder Fieber ≥ 38ºC).
 
Update zu Plaquenil® (Hydroxychloroquin)
Bei der Versorgung mit Plaquenil® ist es verschiedentlich zu Engpässen gekommen, da es Hinweise auf eine Wirksamkeit dieses Medikamentes bei COVID-19 Infektion gibt und es deshalb in dieser Indikation neu eingesetzt wird, zusätzlich zu den mit hoher Evidenz belegten rheumatologischen Indikationen.

Das BAG hat mit einem Schreiben vom 9. April 2020 zur Problematik Stellung genommen und die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit einer Indikation für Hydroxychloroquin geregelt. Hydroxychloroquin kann über den üblichen Weg bezogen werden, soll aber nur innerhalb der zugelassenen Indikationen abgegeben werden (Polyarthritis, Systemischer Lupus Erythematodes, Photodermatosen, Malariaprophylaxe). Für die Verschreibung muss zwingend ein Bestellformular ausgefüllt werden. Die Grossisten/Hersteller dürfen nur liefern, wenn ein Bestellformular vorliegt.

Für COVID-19 Patienten sind für den Spitalsektor separate Hydroxychloroquin-Kontingente zur Verfügung gestellt worden.

Empfehlung der SGR zur Verabreichung von Actemra® s.c.
Actemra® gehört derzeit zu den für COVID-19 verwendeten Therapien (siehe https://ssi.guidelines.ch/guideline/3352). Aufgrund von Hinweisen, dass Actemra® bei Patienten mit schwerer Lungenmanifestation wirksam sein könnte, wird es bereits an vielen Spitälern eingesetzt, wobei bei diesen Patienten primär die intravenöse Applikation von Actemra® zur Anwendung kommt.  

Um Engpässe bei der Verfügbarkeit von Actemra® i.v. für COVID-19 Patienten zu vermeiden, empfiehlt die SGR, bei Patienten mit Actemra® bei einer rheumatischen Erkrankung, nach Möglichkeit von einer intravenösen Gabe auf eine subkutane Verabreichung umzustellen. Gemäss Studien hat Actemra® s.c. bei Rheumatoider Arthritis eine gleichwertige Wirkung gezeigt wie Actemra® i.v., somit sollte eine Umstellung ohne Nachteile für die Patienten möglich sein. Zudem kann durch die Umstellung auf eine subkutane Selbstinjektion vermieden werden, dass die Patienten für Infusionstherapien ins Spital oder in die Praxis kommen müssen.

Empfehlung der SGR zur Erstellung medizinischer Bestätigungen zu Handen Arbeitgeber
Der Bundesrat hat eine Reihe von Empfehlungen für die Arbeitswelt verabschiedet. Diese Empfehlungen zielen vor allem darauf ab, besonders gefährdete Personen im Sinne von Art. 10b in Verbindung mit Anhang 6 der Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (COVID-19) zu schützen, darunter Menschen aller Altersgruppen, die krankheits- oder therapiebedingt an einer Immunschwäche leiden.* Gemäss Artikel 10c der Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (COVID-19) (Stand 11.05.2020) erledigen besonders gefährdete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre arbeitsvertraglichen Pflichten oder eine gleichwertige Ersatzarbeit von zu Hause aus. Falls aus betrieblichen Gründen die Präsenz vor Ort ganz oder teilweise unabdingbar ist, dürfen sie unter Sicherstellung der Einhaltung der Voraussetzungen betreffend Hygiene und sozialer Distanz vor Ort beschäftigt werden. Ist die Einhaltung der Voraussetzungen nicht möglich oder lehnen die Arbeitnehmenden die ihnen zugewiesene Arbeit ab, weil sie die Gefahr einer Ansteckung mit COVID-19 trotz den getroffenen Massnahmen als zu hoch erachten, so werden sie vom Arbeitgeber unter Lohnfortzahlung freigestellt. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer machen ihre besondere Gefährdung durch eine persönliche Erklärung geltend. Der Arbeitgeber kann ein ärztliches Attest verlangen.

Empfehlung der SGR zur Erstellung medizinischer Bestätigungen zu Handen Arbeitgeber für besonders gefährdete Personen während der COVID-19 Pandemie.

* Als immunsuppressive Therapien gelten dieselben, die als kontraindiziert für einen attenuierten Lebendimpfstoff aufgeführt sind.

Empfehlung für Patientinnen und Patienten
Derzeit gibt es keine allgemein gültigen Hinweise, die angesichts der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus zum Absetzen aller immunsuppressiven Medikamente raten lassen. Nehmen Sie also Ihre antirheumatischen Medikamente bis auf weiteres unverändert weiter ein.

Im Einzelfall mag aber Ihr behandelnder Rheumatologe oder Hausarzt zu einer individuell anderen Einschätzung von Nutzen und Risiken Ihrer Behandlung kommen und die Behandlung zumindest vorübergehend aussetzen wollen. In dem Fall folgen Sie bitte den individuell getroffenen Anweisungen.

Weitere Informationen Weltgesundheitsorganisation (WHO) - Coronavirus
 

 

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Kontakt

Schweizerische Gesellschaft für Rheumatologie
Josefstrasse 92
8005 Zürich
Telefon: +41 44 487 40 64
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