Fachinformationen

Coronavirus

Informationen zum Coronavirus (COVID-19 / SARS-CoV-2)

Die Lage kann sich laufend ändern. Aktuelle Informationen und Antworten auf häufige Fragen zum Coronavirus finden Sie auf der Website des BAG

Das BAG hat für Fragen Telefon-Hotlines eingerichtet:

  • Für Gesundheitsfachpersonen: 058 462 21 00
  • Für die Bevölkerung: 058 463 00 00

Statement Clinical Affairs Kommission (Stand 20.09.2022)

Nach aktuellem Stand gibt es keinen Grund, dass Patienten ihre Basistherapie unterbrechen, solange kein Verdacht auf eine aktive Infektion mit dem Coronavirus besteht (z.B. Husten, Atemnot und/oder Fieber ≥ 38ºC)

Auffrischimpfung mit einer mRNA-Impfung (Stand 15.09.2022)

Gemäss der Empfehlung einer Auffrischimpfung gegen Covid-19 mit einem mRNA-Impfstoff (Stand 05.07.2022) wird eine Auffrischimpfung gegen Covid-19 zur Verbesserung des direkten und indirekten Schutzes vor schweren Erkrankungen insbesondere bei älteren Personen, sowie häufigen milden Verläufen in allen Altersgruppen folgenden vollständig gegen Covid-19 geimpften Personen empfohlen:

Schwer immundefizienten Personen ab dem Alter von 12 Jahren und Personen ≥ 80 Jahre wird aufgrund der aktuellen epidemiologischen Lage mit Zunahme der Fallzahlen und hoher Verbreitung der beiden Omikron-Sublinien BA4./BA.5 zur Grundimmunisierung off-label eine Auffrischimpfung (4. Impfung) empfohlen. Diese weitere Auffrischimpfung wird nur dann empfohlen, wenn dadurch gemäss Einschätzung der behandelnden Ärztin/Arzt zumindest für eine kurze Zeit ein Impfschutz gegen schwere Erkrankung für diese Person zu erwarten ist.

Diese Empfehlung zur weiteren Auffrischimpfung ist unabhängig von einer möglichen Empfehlung der Auffrischimpfung im Herbst 2022, welche derzeit erarbeitet wird. Es ist wahrscheinlich, dass der Risikogruppe eine erneute Impfung im Herbst 2022 empfohlen wird. Die neuen Impfempfehlungen treten am 10. Oktober 2022 in Kraft. Bis dahin gelten die bestehenden Empfehlungen.

Die Auffrischimpfung wird frühestens 4 Wochen nach Infektion und 4 Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung empfohlen. Eine Auffrischimpfung früher als 6 Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung erfolgt ausserhalb der Zulassung durch Swissmedic (off-label). Die Informationspflicht ist einzuhalten. Dabei kommen die üblichen Haftungsregeln zur Anwendung (siehe BAG off-label use).

Definition Grundimmunisierung: Die abgeschlossen Grundimmunisierung beinhaltet 2 Dosen, bei Personen mit schwerer Immundefizienz 3 Dosen.

Personen im Alter von 5–11 Jahren wird aktuell keine Auffrischimpfung empfohlen. Die Daten zum Nutzen der Auffrischimpfung für diese Personen sind noch sehr begrenzt.

Empfohlene Impfstoffe für die Auffrischimpfung gegen Covid-19 (Stand 26.07.2022)

Die Auffrischimpfung gegen Covid-19 wird mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen (Comirnaty® / Spikevax®). Grundsätzlich kann auch der jeweils andere mRNA-Impfstoff (ebenfalls off-label) eingesetzt werden als jener, welcher zur Grundimmunisierung resp. zur ersten Auffrischimpfung eingesetzt wurde.

Bei Comirnaty® wird dazu die gleiche Dosis wie für die Grundimmunisierung (30 μg bzw. 0.3 ml). Bei schwer immundefizienten Personen ≥ 12 wird bei einer Auffrischimpfung mit Spikevax® (Moderna) eine Dosierung von 100 μg bzw. 0.5 ml empfohlen (anstatt 50 μg). Dies kann die Impfantwort sehr wahrscheinlich bei einigen Patienten verbessern. Diese Empfehlung ist ausserhalb der Zulassung (off-label).

Personen im Alter von 12–29 Jahren wird unabhängig davon, ob Comirnaty® oder Spikevax® zur Grundimmunisierung verwendet wurde, die Auffrischimpfung präferenziell mit Comirnaty® empfohlen.

Für Jugendliche < 16 Jahren ohne einschränkende chronische Erkrankung gemäss BGP-Kategorienliste liegt keine Zulassung von Swissmedic für eine Auffrischimpfung mit Comirnaty® vor; sie wird off-label empfohlen.

Personen, welche eine Dosis des COVID-19 Vaccine Janssen®-Impfstoffs (oder 1 Dosis Janssen und 1 Dosis mRNA) zur Grundimmunisierung vor mindestens 4 Monaten erhalten haben, wird off-label eine Auffrischimpfung mit einer Dosis eines mRNA-Impfstoffs empfohlen um eine verbesserte Immunreaktion verglichen mit einer Auffrischimpfung mit COVID-19 Vaccine Janssen® zu erreichen.

Personen ab 18 Jahren, die sich aus medizinischen Gründen nicht mit einem mRNA-Impfstoff impfen lassen können oder die mRNA-Impfstoffe ablehnen, kann als heterologe Auffrischimpfung eine Dosis COVID-19 Vaccine Janssen® oder Nuvaxovid® (Novavax) frühestens 4 Monate nach der letzten Covid-19 Impfdosis verabreicht werden. Diese Anwendung ist ebenfalls ausserhalb der Zulassung (off-label).

Kostenübernahme für Analysen auf SARS-CoV-2-Antikörper (Stand 26.07.2022)

Ausschliesslich bei Personen mit schwerer Immundefizienz (siehe Verabreichung einer 3. Dosis eines mRNA Impfstoffes gegen Covid 19 bei Personen mit schwerer Immundefizienz) werden die Kosten für Analysen auf SARS-CoV-2-Antikörper übernommen. Die Kosten für Analysen auf SARS-CoV-2-Antikörper bei der allgemeinen Bevölkerung werden gemäss aktueller Verordnung nicht übernommen, ausser im Falle einer Anordnung durch die zuständige kantonale Stelle (Impfempfehlung für mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19, Stand 23.05.22).

Verabreichung einer 3. Dosis eines mRNA Impfstoffes gegen Covid 19 bei Personen mit schwerer Immundefizienz (Stand 26.07.2022)

Gemäss der Impfempfehlung für mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19 (Stand 23.05.2022) bilden geimpfte Personen unter Behandlungen mit Biologika, welche Zytokine blockieren oder leichter Immunsuppression nach vollständiger Impfung in der Regel schützende Antikörper.

Personen, welche zum Zeitpunkt der Covid-19 Impfung unter einer der folgenden schwer immunsupprimierenden Behandlungen standen, gelten als potenziell schwer abwehrgeschwächte:

  • B Zell Depletion (z.B. Rituximab, Ocrelizumab, Cyclophosphamid),
  • Kortikosteroidtherapie >20mg Prednison/Tag, >2 Wochen,
  • Weitere Therapien, die zu einer schweren Immunsuppression führen (z.B. Mycophenolat, Ciclosporin, Abatacept, Januskinase-Inhibitoren u.ä.),
  • Kombinationstherapie verschiedener immunsupprimierender Medikamente,
  • Empfänger für Solid Organtransplantation,
  • Hochdosis-Chemotherapie.

Sowie für Personen

  • mit einem angeborenen Immundefekt mit eingeschränkter B- und T-Zellfunktion (z. B. common variable immunodeficiency; CVID, isolierte CD4-Lymphozytopenie u.ä.)
  • mit HIV-Infektion und CD4+-Zellen < 200 ul
  • unter Dialyse (Hämodialyse und Peritonealdialyse)
  • mit weiteren Erkrankungen, die mit einer vergleichbaren schweren Immundefizienz einhergehen.

Schwer abwehrgeschwächten Personen ab 30 Jahren wird zur Grundimmunisierung drei Dosen desselben mRNA Impfstoffes (30 μg Dosierung für Comirnaty®; 100 μg Dosierung für Spikevax®) im Abstand von minimal 4 Wochen zwischen den einzelnen Dosen empfohlen, unabhängig der Werte aus früheren Antikörper-Bestimmungen.

Schwer abwehrgeschwächten Personen im Alter von 12– 29 Jahren wird die Grundimmunisierung mit drei Dosen präferenziell mit Comirnaty ® empfohlen. Bei immundefizienten Personen im Alter von 12–30 Jahren, welche mit einer oder zwei Dosen Spikevax® geimpft wurden, kann die Impfserie nach Rücksprache mit einer Fachärztin oder einem Facharzt gemäss individueller Nutzen-Risikoabwägung mit einer Dosis Comirnaty® mit einem Minimalabstand von 28 Tagen zwischen der 1. und 2. bzw. zwischen 2. und 3. Covid-19-Impfdosis abgeschlossen werden.

Schwer abwehrgeschwächten Kindern im Alter von 5–11 Jahren wird 4 Wochen nach der 2. Impfdosis eine Serologie empfohlen. Sind klar positive SARS-CoV-2 Impfantikörper vorhanden, ist keine 3. Impfdosis nötig. Grenzwertig positive Impfantikörpertiter sind als negativ zu betrachten. Im Falle eines negativen Nachweises von SARS-CoV-2 Impfantikörpern wird eine 3. Dosis zur Grundimmunisierung mit einem Minimalabstand von 4 Wochen nach Dosis 2 empfohlen.

Die 3. Dosis soll sobald wie möglich erfolgen, falls die 2. Dosis vor mehr als 4 Wochen verabreicht wurde. Den idealen Zeitpunkt der Gabe der 3. Dosis sollte mit den betreuenden Spezialisten besprochen werden (Minimalintervall von 4 Wochen nach der 2. Dosis). Generell sollte die Immunsuppression zum Zeitpunkt der Impfung so gering wie möglich sein, wenn es die Behandlung der Erkrankung erlaubt. Bei Therapien, welche die B Zellen depletieren, sollte darauf geachtet werden, dass die Impfung nicht zu einem Zeitpunkt verabreicht wird, in dem die B Zellen voll supprimiert sind. Bei Personen unter B-Zell-Depletion (Rituximab, etc.) sollte die 3. mRNA-Impfdosis idealerweise erst 4–5 Monate nach der letzten Dosis des B-Zell-depletierenden Medikamentes und mindestens 4 Wochen vor der nächsten Gabe erfolgen, um eine möglichst gute B-Zell-Antwort zu ermöglichen, da die humorale Immunantwort auf den Impfstoff stark mit der B-Zellzahl korreliert. Es sollte jedoch auch bedacht werden, dass das Fehlen einer humoralen Immunantwort nicht das vollständige Fehlen einer Immunität gegen SARS-CoV-2 bedeutet. Tatsächlich sind die Patienten auch in Abwesenheit von B-Lymphozyten und ohne SARS-CoV-2 Impfantikörper in der Lage, eine spezifische zelluläre Immunantwort gegen SARS-CoV-2 zu entwickeln, die sie zumindest teilweise vor einem schweren COVID-19 Krankheitsverlauf schützen sollte.

4 Wochen nach der 3. Dosis soll in der Regel eine Impfantikörperbestimmung durchgeführt werden. Insbesondere Personen, welche nach drei Dosen keine Impfantikörper gebildet haben, müssen informiert werden, sich trotz den Impfungen noch konsequenter als andere immungeschwächte geimpfte Personen an die weiteren Schutzmassnahmen (Abstand, Masken und Händehygiene) zu halten, auch wenn diese Schutzmassnahmen für die allgemeine Bevölkerung künftig gelockert werden. Die Impfung aller engen Kontaktpersonen ist besonders wichtig.

Die Indikation einer 3. Dosis eines mRNA Impfstoffes für die Primovakzination und die anschliessende Antikörpertiter-Bestimmung besteht nur bei dieser speziellen Gruppe schwer abwehrgeschwächter Patienten. Bei der gesunden Bevölkerung wird generell eine Antikörper-Bestimmung vor oder nach der Impfung nicht empfohlen. Ausschliesslich bei Personen mit schwerer Immundefizienz werden die Kosten für Analysen auf SARS-CoV-2-Antikörper übernommen.

Für diese Patienten soll bei einer allfälligen Infektion mit SARS-CoV-2 eine Therapie mit monoklonalen Antikörpern unabhängig vom Impfstatus in Betracht gezogen werden (siehe Policy brief on the reduction of Covid-19-associated mortality by drug therapies).

Monoklonale Antikörper Therapien (Stand 15.09.2022)

Monoklonale Antikörperbehandlungen gegen COVID-19 können einen schweren Verlauf der Erkrankung verhindern. Sie werden zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit einer bestätigten Covid-19-Erkrankung und einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung angewendet. Nicht alle Präparate wirken effektiv gegen neue SARS-CoV-2 Varianten (wie z.B. Omicron); die Wahl des Präparates muss je nach vorliegender SARS-CoV-2 Variante individuell adaptiert werden.

Für schwer immundefiziente Patienten soll im Falle einer bestätigten SARS-CoV-2 Infektion unabhängig vom Impfstatus eine Therapie mit monoklonalen Antikörpern in Betracht gezogen werden (siehe Policy brief on the reduction of Covid-19-associated mortality by drug therapies).

Beachten Sie für die Behandlung die Empfehlungen zum frühen Einsatz von Covid-19-Therapien und zu Prophylaxen erstellt von der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie (SSI).

Paxlovid® (Nirmatrelvir [PF-07321332] / Ritonavir)

Gemäss den Empfehlungen zum frühen Einsatz von Covid-19-Therapien und zu Prophylaxen erstellt von der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie (SSI), vom 14.09.2022 wird bei ambulanten Hochrisikopatientinnen und -patienten, wenn keine Kontraindikationen vorliegen, empfohlen zunächst Nirmatrelvir [PF-07321332] / Ritonavir (Paxlovid®) als erste Wahl für die Frühbehandlung zu verschreiben, um einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung zu verhindern.

Nirmatrelvir [PF-07321332] / Ritonavir (Paxlovid®) ist das einzige in der Schweiz verfügbare und zugelassene orale, direkt wirkende Virostatika (DAA, direct acting antivirals). Wenn Paxlovid® kontraindiziert ist (meist wegen schädlicher Interaktionen mit andern Arzneimitteln: siehe COVID-19 Drug Interactions Checker (Liverpool Website)), kann Remdesivir i. v. (200 mg –100 mg – 100 mg über 3 Tage) bei ähnlicher Indikation eingesetzt werden.

Paxlovid besteht aus zwei Präparaten mit den Wirkstoffen Nirmatrelvir [PF-07321332] und Ritonavir, die als Tabletten eingenommen werden. Das Kombinationspräparat Paxlovid muss möglichst rasch nach der Feststellung einer Covid-19 Infektion und innerhalb von fünf Tagen nach Symptombeginn angewendet werden (ausser bei immunsupprimierten Personen). 

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des BAG.

Prä-Expositionsprophylaxe (Stand 26.07.2022)

Für schwer immundefiziente Personen, mit einer sehr geringen oder fehlenden Immunantwort auf die Covid-Impfung soll eine passive Immunisierungstherapie (Prävention) mit monoklonalen Antikörpern gegen SARS-CoV-2 erwogen werden (Position paper on the use of monoclonal antibodies against SARS-CoV-2 as passive immunisation treatments in severely immunocompromised persons in Switzerland SSI und EKIF).

Die Indikationen für alle passiven Immunisierungsbehandlungen sollten von einem Spezialisten für Infektionskrankheiten beurteilt werden, und die Anwendung sollte auf spezialisierte Zentren (Universitätsspitäler und Kantonsspitäler) beschränkt werden.

Befolgen Sie zur Prophylaxe die Empfehlungen zum frühen Einsatz von Covid-19-Therapien und zu Prophylaxen erstellt von der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie (SSI).

Tixagevimab/Cilgavimab (Evusheld®)

Das Medikament Evusheld® besteht aus den beiden Wirkstoffen Tixagevimab und Cilgavimab. Dies sind zwei monoklonale Antikörper, welche speziell gegen das SARS-CoV-2 Virus wirken. Das Medikament reduziert das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2. Man nennt dies auch passive Impfung oder passive Immunisierung. Aktuell geht man davon aus, dass eine einmalige Gabe, welche aus 2 gleichzeitig verabreichten Dosen besteht, für 6 Monate Schutz gibt und entsprechend der epidemiologischen Lage (Covid-19) alle sechs Monate wiederholt werden soll/kann. Es wird in Form von zwei Injektionen am gleichen Termin in den linken und rechten Muskel in den Bereich des Gesässes verabreicht.

Evusheld® ist kein Ersatz für eine Impfung bei Personen, für die eine Impfung gegen Covid-19 empfohlen wird. Evusheld® darf Kindern bis 12 Jahren oder unter 40 kg Körpergewicht nicht verabreicht werden.

Der Bund übernimmt die Kosten von Evusheld® für ambulante Patientinnen und Patienten solange dieses Arzneimittel nicht von der obligatorischen Krankenversicherung vergütet wird. Die schweizerische Gesellschaft für Infektiologie und die Eidgenössische Kommission für Impffragen empfehlen den Einsatz von Evusheld® bei Personen der oben genannten Risikogruppe in der Schweiz. Die empfohlene Dosis wird regelmässig überprüft und kann von den angewendeten Dosen der klinischen Studien abweichen, da Evusheld® nicht bei allen Virusvarianten gleich wirksam ist.

 sollte intramuskulär angewendet werden mit 300 mg Tixagevimab und 300 mg Cilgavimab als zwei separate, sequentielle intramuskuläre Injektionen. Die Verabreichung wird alle sechs Monate wiederholt so lange SARS-CoV-2 zirkuliert. Eine intravenöse Anwendung ist in besonderen Situationen auf Beschluss eines multidisziplinären Teams möglich.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des BAG und im Informationsschreiben Evusheld® zur passiven Immunisierung gegen Covid-19.

Wirksamkeit der Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 (Stand 26.07.2022)

Swissmedic hat die von Pfizer/BioNTech, Moderna, Janssen-Cilag AG und Novavax entwickelten COVID-19-Impfungen zugelassen.

Die Wirksamkeit einer Verabreichung von zwei Dosen der mRNA Impfstoffe wurde mit 95.0 % angegeben, mit einem 95%igen Vertrauensintervall zwischen 90.3 % und 97.6 %. Aber wie bei vielen ersten klinischen Studien, ob für Medikamente oder Impfstoffe, waren nicht alle Bevölkerungsgruppen in der Studienkohorte vertreten, einschliesslich Patienten mit geschwächtem Immunsystem. Bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen, die in Impfstoffstudien geimpft wurden, scheint es jedoch nicht zu mehr Komplikationen gekommen zu sein als in der Allgemeinbevölkerung.

Der COVID-19 Vaccine Janssen® Impfstoff, wie auch der Proteinimpfstoff Nuvaxovid® sind weniger wirksam als die mRNA Impfstoffe.

Impfstrategie: mRNA-Impfstoffe vs. nicht-replizierende virale Vektorimpfstoffe oder Proteinimpfstoffe (Stand 26.07.2022)

Die Schweizer Covid-19 Impfstrategie basiert weiterhin primär auf den mRNA-Impfstoffen, da sie wirksamer sind als der COVID-19 Vaccine Janssen® Impfstoff (nicht-replizierender viraler Vektorimpfstoff) oder der Proteinimpfstoff Nuvaxovid® von Novavax. Es wird empfohlen alle Zielgruppen der Impfstrategie möglichst mit den mRNA-Impfstoffen zu impfen. Insbesondere für Personen mit Immundefizienz wird weiterhin primär die Impfung mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen. Die Wirksamkeit von COVID-19 Vaccine Janssen® kann bei immundefizienten Personen geringer sein, entsprechend soll dieser Impfstoff nur in Betracht gezogen werden, wenn der potenzielle Nutzen in einer individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung (Wirksamkeit, Verträglichkeit) auch im Vergleich zur Impfung mit einem mRNA Impfstoff überwiegt.

Ebenso wird die Verabreichung von COVID-19 Vaccine Janssen® und Nuvaxovid® an schwangere Frauen nicht empfohlen, da aktuell zu wenig Daten zur Impfung von Schwangeren mit dem COVID-19 Vaccine Janssen® vorliegen.

Basierend auf den Impfstoffeigenschaften von COVID-19 Vaccine Janssen® und Nuvaxovid® und der Zulassung durch Swissmedic empfehlen das BAG und die EKIF die COVID-19 Vaccine Janssen® und das und Nuvaxovid® folgenden Personen:

  • Personen ab 18 Jahren, die sich aus medizinischen Gründen nicht mit einem mRNA-Impfstoff impfen lassen können (medizinische Kontraindikation);
  • Personen ab 18 Jahren, die die mRNA-Impfstoffe ablehnen.

Die COVID-19 Impfung kann auch an Personen mit Allergien verabreicht werden. Vorsicht ist jedoch geboten bei Personen, welche in der Vorgeschichte bereits auf Impfstoffe oder gespritzte Medikamente schwer reagiert haben, hierbei ist eine Rücksprache mit einem Facharzt für Allergologie und Immunologie nötig. Gemäss der Impfempfehlung für mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19 Stand 23.05.2022 (Anhang 2) stellen folgende Kriterien eine relative Kontraindikation für die Verabreichung von mRNA-Impfstoffen dar (vgl. Kapitel 2.3.1): 

  • Anaphylaxie oder allergische Allgemeinreaktion auf Inhaltsstoffe von Comirnaty® oder Spikevax®
  • eine bekannte oder wahrscheinliche Sensibilisierung vom Soforttyp auf Polyethylenglykol (PEG, Macrogol) oder auf Tromethamin (Trometamol, TRIS)
  • Anaphylaxie nach der ersten Impfdosis eines mRNA-Impfstoffes
Impfung - Empfehlung für immunsupprimierte Patienten (Stand 26.07.2022)

Sowohl nationale als auch internationale Experten für Rheumatologie, Immunologie und Infektionskrankheiten sind sich einig, dass sich immunsupprimierte Patienten, wenn möglich impfen sollten. Trotz der Möglichkeit, dass die Impfantwort bei diesen Patienten allenfalls schwächer ist, wird eine COVID-19-Impfung empfohlen, denn "ein gewisser Grad an Immunität ist besser als kein Grad an Immunität" (Prof. Anthony Fauci). Auch engen Kontakten von immunsupprimierten Patienten wird eine Impfung empfohlen.

Es gilt zu beachten, dass eine Impfung während 4 Monaten nach Verabreichung von Rituximab oder während einer Behandlung mit Prednison > 20 mg/T häufig keine signifikante Impfantwort hervorruft. In dieser besonderen Situation empfehlen wir, wenn möglich, die Verabreichung von Rituximab zu verzögern, um vorgängig den Impfstoff schnell zu verabreichen. Bei einer Behandlung mit Rituximab wird empfohlen, diese frühestens 2 Wochen nach der 2. COVID-19-Impfung zu verabreichen. Bei einer Cortisoninfiltration, zum Beispiel in Gelenke, wird empfohlen, mit einer COVID-19-Impfung mindestens 24 Stunden nach der Infiltration zu warten.

Patienten, die aufgrund ihrer Therapie immunsupprimiert sind (siehe "Impfempfehlungen für Patienten mit entzündlichen rheumatischen Erkrankungen"), sollten keine Lebendimpfstoffe erhalten, allerdings ist derzeit in der Schweiz kein Lebendimpfstoff für COVID-19 verfügbar. Die mRNA-Impfstoffe gelten als sicher für Patienten mit immunvermittelten Krankheiten oder unter Immunsuppression (d.h. die COVID-19-Impfstoffe von Pfizer/BioNtech oder Moderna). Dies gilt auch für nicht-replizierende virale Vektorimpfstoffe (z.B. AstraZeneca/Oxford - AZD1222 oder Janssen-Cilag AG). Der Impfstoff COVID-19 Vaccine Janssen® ist nun auch in der Schweiz zugelassen.

Derzeit liegen noch keine Daten darüber vor, inwieweit die Wirkung der Covid-19-Impfung durch eine vorübergehende Unterbrechung der Immunsuppression signifikant verbessert werden könnte. Bei Patienten mit einer gut kontrollierten Krankheit (Remission oder Low Disease Activity) raten Experten zum Teil zu einer kurzen Unterbrechung (2 Wochen) mit Immunsuppressiva wie Methotrexat, Abatacept oder JAK Inhibitoren, um die Impfantwort zu verbessern.

Bei den erwähnten mRNA-Impfstoffen von Pfizer/BioNtech oder Moderna, wie auch dem Proteinimpfstoff von Novavax ist die Verabreichung von zwei Dosen erforderlich. Bei einer Verzögerung der zweiten Impfdosis muss die erste Gabe nicht wiederholt werden. Für die Grundimmunisierung wird beim Janssen-Cilag-Impfstoff eine Impfdosis (Einmaldosis) empfohlen.

Patienten kann empfohlen werden, die Webseite der Rheumaliga Schweiz des ACR oder der EULAR zu diesem Thema zu besuchen, auf denen aktuelle Informationen in einer zugänglichen Sprache verfügbar sind.

Impfschema für Personen mit bestätigter Covid-19-Erkrankung (Stand 26.07.2022)

Personen ab dem Alter von 12 Jahren mit bestätigter SARS-CoV-2 Infektion wird gemäss der Impfempfehlung für mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19 (Stand 23.05.2022) die Covid-19-Impfung innerhalb 3 Monate nach Infektion (Minimalintervall 4 Wochen) mit einer einzigen Impfdosis empfohlen. Abweichend davon sollen schwer immundefiziente genesene BGP ab dem Alter von 12 Jahren innerhalb 3 Monate nach Infektion mit 2 Impfdosen im Abstand von 4 Wochen geimpft werden.

Impfstoffe gegen COVID-19 (Stand 26.07.2022)

Swissmedic hat die von Pfizer/BioNTech, Moderna und Janssen-Cilag AG entwickelten COVID-19-Impfungen zugelassen.

Fachinformation zum Impfstoff Comirnaty®

Die Fachinformation zum Impfstoff Comirnaty® von Pfizer/BioNTech finden Sie hier.

Fachinformationen zum Impfstoff Spikevax®

Die Fachinformationen zum Impfstoff Spikevax® von Moderna finden Sie hier.

Fachinformationen zur COVID-19 Vaccine Janssen®

Die Fachinformationen zur COVID-19 Vaccine Janssen® von Janssen-Cilag AG finden Sie hier.

Fachinformationen zum Impfstoff Nuvaxovid®

Die Fachinformationen zum Impfstoff Nuvaxovid® von Novavax Sie hier.

Haftpflicht bei Impfungen

Bezüglich Haftpflicht bei Impfungen sind folgende Regelungen zu beachten: «COVID-19-Impfung: Haftung und Patientenrechte». Bitte beachten Sie insbesondere die Vorgaben bezüglich Aufklärung.

Grippeimpfung (Stand 26.07.2022)

Immunsupprimierten Patienten oder Patienten auf antirheumatischen Basistherapien wird die Grippeimpfung stark empfohlen. Die Grippeimpfung schützt nur gegen Grippe (Influenza), nicht gegen COVID-19 und auch nicht vor Erkältungen. Eine Grippeimpfung kann gleichzeitig mit, vor oder nach einer COVID-19-Impfung erfolgen. Es wird neu kein minimaler Abstand zwischen einer mRNA-Impfung und anderen Impfungen empfohlen.

Erkrankungen und Therapien, welche Betroffene zu besonders gefährdeten Personen machen (Stand 26.07.2022)

Personen mit Erkrankungen oder unter Therapien, die das Immunsystem schwächen, zählen zu den besonders gefährdeten Personen. Dies gilt insbesondere für die Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr unterdrücken (wie z. B. Langzeit-Einnahme von Glukokortikoiden, monoklonale Antikörper, Zytostatika, etc.).

Relevante Komorbiditäten

  • Schwerer Bluthochdruck (therapieresistent, Endorganschaden)
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Chronische Lungen- und Atemwegserkrankungen
  • Diabetes
  • Krebs unter medizinischer Behandlung
  • Adipositas (BMI > 35 kg/m2)
  • Lebererkrankung
  • Nierenerkrankung
  • Trisomie 21
Hydroxychloroquin (Plaquenil®) (Stand 26.07.2022)
Studiendaten konnten die Hinweise auf eine Wirksamkeit des Medikamentes bei COVID-19 Infektionen nicht belegen.

Gemäss dem Schreiben des BAG vom 8. Juni 2020 hat sich die Versorgung mit Hydroxychloroquin für chronische Patientinnen und Patienten stabilisiert und bereitet derzeit keine Schwierigkeiten mehr. Angesichts der günstigen Entwicklung der Lage werden die Empfehlungen und Begleitmassnahmen (Verwendung des Bestellformulars) deshalb mit sofortiger Wirkung aufgehoben.

Tocilizumab (Actemra®) (Stand 26.07.2022)

Die Hypothese, dass Actemra® bei einer COVID-19-Infektion wirksam sein könnte, wird noch diskutiert, da die bisher veröffentlichten Studien widersprüchlich sind.

Die Verwendung von Actemra® bei COVID-19 Infektionen wird derzeit nicht mehr empfohlen (siehe https://ssi.guidelines.ch/guideline/3352). Die Empfehlung der SGR vom 24.03.2020, bei Patienten mit Actemra® bei einer rheumatischen Erkrankung, nach Möglichkeit von einer intravenösen Gabe auf eine subkutane Verabreichung umzustellen, wird demnach aufgehoben.

Kontakt

Schweizerische Gesellschaft für Rheumatologie
Josefstrasse 92
8005 Zürich
Telefon: +41 44 487 40 62
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!