Fachinformationen

Coronavirus

Informationen zum Coronavirus (COVID-19 / SARS-CoV-2)

Die Lage kann sich laufend ändern. Aktuelle Informationen und Antworten auf häufige Fragen zum Coronavirus finden Sie auf der Website des BAG

Das BAG hat für Fragen Telefon-Hotlines eingerichtet (täglich von 8 bis 18 Uhr):

  • Für Gesundheitsfachpersonen: 058 462 21 00
  • Für die Bevölkerung: 058 463 00 00

Statement Clinical Affairs Kommission (Stand 13. April 2021)

Nach aktuellem Stand gibt es keinen Grund, dass Patienten ihre Basistherapie unterbrechen, solange kein Verdacht auf eine aktive Infektion mit dem Coronavirus besteht (z.B. Husten, Atemnot und/oder Fieber ≥ 38ºC)

Wirksamkeit der Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 (Stand 15. April 2021)

Swissmedic hat die von Pfizer/BioNTech, Moderna und Janssen-Cilag AG entwickelten COVID-19-Impfungen zugelassen. Jedoch sind nur die ersten beiden auf dem Schweizer Markt erhältlich.

Die Wirksamkeit einer Verabreichung von zwei Dosen des Impfstoffs wurde mit 95.0 % angegeben, mit einem 95%igen Vertrauensintervall zwischen 90.3 % und 97.6 %. Aber wie bei vielen ersten klinischen Studien, ob für Medikamente oder Impfstoffe, waren nicht alle Bevölkerungsgruppen in der Studienkohorte vertreten, einschliesslich Patienten mit geschwächtem Immunsystem. Bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen, die in Impfstoffstudien geimpft wurden, scheint es jedoch nicht zu mehr Komplikationen gekommen zu sein als in der Allgemeinbevölkerung.

Impfung - Empfehlung für immunsupprimierte Patienten (Stand 15. April 2021)

Sowohl nationale als auch internationale Experten für Rheumatologie, Immunologie und Infektionskrankheiten sind sich einig, dass immunsupprimierte Patienten planen sollten, sich impfen zu lassen. Trotz der Möglichkeit, dass die Impfantwort bei diesen Patienten allenfalls schwächer ist, wird eine COVID-19-Impfung empfohlen, denn "ein gewisser Grad an Immunität ist besser als kein Grad an Immunität" (Prof. Anthony Fauci).

Es gilt zu beachten, dass eine Impfung während mindestens 4 Monaten nach Verabreichung von Rituximab oder während einer Behandlung mit Prednison > 20 mg/T wahrscheinlich keine signifikante Impfantwort hervorruft. In dieser besonderen Situation empfehlen wir, wenn möglich, mit der COVID-19-Impfung zu warten. Bei einer Cortisoninfiltration wird empfohlen, mit einer COVID-19-Impfung mindestens 24 Stunden nach der Infiltration zu warten. Bei einer Behandlung mit Rituximab wird empfohlen, diese erst 2 bis 4 Wochen nach der 2. COVID-19-Impfung zu beginnen.

Patienten, die aufgrund ihrer Therapie immunsupprimiert sind (siehe "Impfempfehlungen für Patienten mit entzündlichen rheumatischen Erkrankungen"), sollten jedoch keine Lebendimpfstoffe erhalten, allerdings ist derzeit in der Schweiz kein Lebendimpfstoff für COVID-19 verfügbar. Die mRNA-Impfstoffe gelten als sicher für Patienten mit immunvermittelten Krankheiten oder unter Immunsuppression (d.h. die COVID-19-Impfstoffe von Pfizer/BioNtech oder Moderna). Dies gilt auch für nicht-replizierende virale Vektorimpfstoffe (AstraZeneca/Oxford - AZD1222 oder Janssen-Cilag AG), die ebenfalls bald verfügbar sein könnten. Die COVID-19 Impfung kann auch an Personen mit Allergien verabreicht werden. Vorsicht ist jedoch geboten bei Personen, welche in der Vorgeschichte bereits auf Impfstoffe oder gespritzte Medikamente schwer reagiert haben, hierbei ist eine Rücksprache mit einer Ärztin / einem Arzt nötig. Derzeit liegen keine Daten darüber vor, inwieweit die Wirkung der Covid-19-Impfung durch eine vorübergehende Unterbrechung der Immunsuppression signifikant verbessert werden könnte. Da unklar ist, wann eine Impfung im Einzelfall zur Verfügung steht, kann eine Pause in der Immunsuppression angesichts des erhöhten Risikos eines Krankheitsschubs nicht generell empfohlen werden. Bei beiden erwähnten mRNA-Impfstoffen ist die Verabreichung von zwei Dosen erforderlich (Intervall bei den zwei Impfstoffen unterschiedlich). Bei einer Verzögerung der zweiten Impfdosis muss die erste Gabe nicht wiederholt werden.

Patienten kann empfohlen werden, die Webseite der Rheumaliga Schweiz oder der EULAR zu diesem Thema zu besuchen, auf der aktuelle Informationen in einer zugänglichen Sprache verfügbar sind.

Impfschema für Personen mit bestätigter Covid-19-Erkrankung (Stand 14. April 2021)

Gemäss der Impfempfehlung für mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19 (Stand 14.04.21) wird Personen mit bestätigter Covid-19-Erkrankung (per PCR-/Antigentest) die Covid-19-Impfung sechs Monate nach Infektion empfohlen. Ausgenommen sind besonders gefährdete Personen, die bereits nach drei Monaten die Impfung erhalten sollen.

Personen mit einer bestätigten Covid-19-Erkrankung (per PCR-/Antigentest) wird nur eine Impfdosis empfohlen. Ausgenommen sind immunsupprimierte Personen, die zwei Impfdosen erhalten sollen, da allgemein unklar ist, wie gut die Immunantwort und damit der Schutz sowohl nach Infektion als auch nach einer Impfung ausfällt.

Impfung enger Kontakte von besonders gefährdeten Personen (Stand 14. April 2021)

Gemäss der Covid-19-Impfstrategie (Stand 14.04.2021) können enge Kontakte von besonders gefährdeten Personen (Zielgruppe 3) und alle weiteren Erwachsenen (Zielgruppe 5) unter 65 Jahren gleichzeitig in altersabsteigenden Gruppen geimpft werden, sofern genügend Impfstoff vorhanden ist (gemäss kantonaler Vorgabe).

Ausgenommen sind enge Kontakte von immunsupprimierten Personen. Diese sollen weiterhin vorgezogen geimpft werden, da für Personen mit einer Immundefizienz allgemein unklar ist, wie gut die Immunantwort und damit der Schutz nach einer Impfung ausfällt.

Impfstoffe gegen COVID-19 (Stand 15. April 2021)

Swissmedic hat die von Pfizer/BioNTech, Moderna und Janssen-Cilag AG entwickelten COVID-19-Impfungen zugelassen. Jedoch sind nur die ersten beiden auf dem Schweizer Markt erhältlich.

Fachinformation zum Impfstoff Comirnaty®

Die Fachinformation zum Impfstoff Comirnaty® von Pfizer/BioNTech finden Sie hier.

Fachinformationen zur COVID-19 Vaccine Moderna®

Die Fachinformationen zur COVID-19 Vaccine Moderna® von Moderna finden Sie hier.

Fachinformationen zur COVID-19 Vaccine Janssen®

Die Fachinformationen zur COVID-19 Vaccine Janssen® von Janssen-Cilag AG finden Sie hier.

Haftpflicht bei Impfungen

Bezüglich Haftpflicht bei Impfungen sind folgende Regelungen zu beachten: «COVID-19-Impfung: Haftung und Patientenrechte». Bitte beachten Sie insbesondere die Vorgaben bezüglich Aufklärung.

Grippeimpfung (Stand 13. April 2021)

Immunsupprimierten Patienten oder Patienten auf antirheumatischen Basistherapien wird die Grippeimpfung stark empfohlen. Angesichts der COVID-19-Pandemie ist eine Grippeimpfung besonders wichtig, da die Risiken einer zeitgleichen Infektion mit Influenza und COVID-19 noch unbekannt sind.

Erkrankungen und Therapien, welche Betroffene zu besonders gefährdeten Personen machen (Stand 20. April 2021)

Personen mit Erkrankungen oder unter Therapien, die das Immunsystem schwächen, zählen zu den besonders gefährdeten Personen. Dies gilt insbesondere für die Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr unterdrücken (wie z. B. Langzeit-Einnahme von Glukokortikoiden, monoklonale Antikörper, Zytostatika, etc.).

Relevante Komorbiditäten (Stand 20. April 2021)

  • Schwerer Bluthochdruck (therapieresistent, Endorganschaden)
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Chronische Atemwegserkrankungen
  • Diabetes
  • Krebs unter medizinischer Behandlung
  • Adipositas (BMI > 40 kg/m2)
  • Lebererkrankung
  • Nierenerkrankung
  • Trisomie 21
Vorgabe zum Schutz der Gruppe besonders gefährdeter Personen, befristet bis 30. April 2021 (Stand 20. April 2021)

Gemäss Art. 27a der Verordnung 3 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (Covid-19) (Stand 15. April 2021) sind die Arbeitgebenden verpflichtet, die Gesundheit besonders gefährdeter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu schützen. Besonders gefährdete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erledigen ihre arbeitsvertraglichen Pflichten oder eine gleichwertige Ersatzarbeit von zu Hause aus. Falls aus betrieblichen Gründen die Präsenz vor Ort ganz oder teilweise unabdingbar ist, dürfen sie unter Sicherstellung der Einhaltung ausgedehnter Voraussetzungen betreffend Hygiene und sozialer Distanz vor Ort beschäftigt werden. Ist die Einhaltung der Voraussetzungen nicht möglich oder lehnen die Arbeitnehmenden die ihnen zugewiesene Arbeit ab, weil sie die Gefahr einer Ansteckung mit COVID-19 trotz den getroffenen Massnahmen als zu hoch erachten, so werden sie vom Arbeitgeber unter Lohnfortzahlung freigestellt. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer machen ihre besondere Gefährdung durch eine persönliche Erklärung geltend. Der Arbeitgeber kann ein ärztliches Attest verlangen.

Wenn besonders gefährdete Personen vollständig geimpft sind, ist der Arbeitgeber nicht mehr verpflichtet sie als besonders gefährdete Person am Arbeitsplatz zusätzlich zu schützen. Vollständig geimpft bedeutet, eine Person hat beide Impfdosen erhalten und seit der zweiten Impfung sind 14 Tage vergangen. Für die Arbeitnehmenden gelten dann die allgemeinen Schutzmassnahmen am Arbeitsplatz (BAG, Coronavirus: Besonders gefährdete Personen).

Patienten kann empfohlen werden, die Webseite der Rheumaliga Schweiz zu diesem Thema zu besuchen, auf der aktuelle Informationen in einer zugänglichen Sprache verfügbar sind.

Basistherapie - Empfehlung für Patientinnen und Patienten

Derzeit gibt es keine allgemein gültigen Hinweise, die angesichts der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus zum Absetzen aller immunsuppressiven Medikamente raten lassen. Nehmen Sie also Ihre antirheumatischen Medikamente bis auf weiteres unverändert weiter ein. Im Einzelfall mag aber Ihr behandelnder Rheumatologe oder Hausarzt zu einer individuell anderen Einschätzung von Nutzen und Risiken Ihrer Behandlung kommen und die Behandlung zumindest vorübergehend aussetzen wollen. In dem Fall folgen Sie bitte den individuell getroffenen Anweisungen.

Hydroxychloroquin (Plaquenil®) (Stand 13. April 2021)
Studiendaten konnten die Hinweise auf eine Wirksamkeit des Medikamentes bei COVID-19 Infektionen nicht belegen.

Gemäss dem Schreiben des BAG vom 8. Juni 2020 hat sich die Versorgung mit Hydroxychloroquin für chronische Patientinnen und Patienten stabilisiert und bereitet derzeit keine Schwierigkeiten mehr. Angesichts der günstigen Entwicklung der Lage werden die Empfehlungen und Begleitmassnahmen (Verwendung des Bestellformulars) deshalb mit sofortiger Wirkung aufgehoben.

Tocilizumab (Actemra®) (Stand 13. April 2021)

Die Hypothese, dass Actemra® bei einer COVID-19-Infektion wirksam sein könnte, wird noch diskutiert, da die bisher veröffentlichten Studien widersprüchlich sind.

Die Verwendung von Actemra® bei COVID-19 Infektionen wird derzeit nicht mehr empfohlen (siehe https://ssi.guidelines.ch/guideline/3352). Die Empfehlung der SGR vom 24.03.2020, bei Patienten mit Actemra® bei einer rheumatischen Erkrankung, nach Möglichkeit von einer intravenösen Gabe auf eine subkutane Verabreichung umzustellen, wird demnach aufgehoben.

Kontakt

Schweizerische Gesellschaft für Rheumatologie
Josefstrasse 92
8005 Zürich
Telefon: +41 44 487 40 62
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